Warum Kommunikationsaltlasten relevant sind
Der 27. September 2026 wirkt für viele mittelständische Unternehmen noch weit weg. Doch wer im Handel, in der Industrie oder im B2B-Vertrieb mit Umweltversprechen arbeitet, sollte den Vorlauf nicht unterschätzen. Mit EmpCo und der UWG-Umsetzung geraten nicht nur künftige Kampagnen in den Blick. Entscheidend ist auch, was bereits veröffentlicht wurde: alte Website-Texte, PDF-Flyer, Produktdatenblätter, Messeunterlagen, Newsbeiträge, Bildmotive und Social-Media-Posts.
Die meisten Unternehmen wissen ungefähr, welche aktuellen Nachhaltigkeitsbotschaften sie aktiv verwenden. Kaum jemand hat aber eine vollständige Übersicht, wo im Kommunikationsbestand noch Formulierungen wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“, „nachhaltig“, „recycelbar“ oder „CO₂-reduziert“ stehen.
Das größte Risiko liegt oft nicht im bewusst geplanten Green-Claim, sondern in verteilten, älteren Kommunikationsmitteln, die niemand mehr aktiv auf dem Schirm hat.
Typische Fundorte im Mittelstand
- Website-Seiten: Startseiten, Produktseiten, Branchenlösungen, News, Karrierebereiche, CSR-Seiten und alte Landingpages.
- PDF-Dokumente: Flyer, Kataloge, Datenblätter, Whitepaper, Messeunterlagen, Preislisten und Verkaufspräsentationen.
- Bilder und Grafiken: Claims in Bannern, Icons, Produktabbildungen, Anzeigenvisuals oder Social-Media-Motiven.
- Produktkommunikation: technische Datenblätter, Verpackungstexte, Händlertexte und E-Commerce-Beschreibungen.
- Social Media und News: ältere Posts, Kampagnenmotive, Pressemitteilungen und Unternehmensmeldungen.
Welche Begriffe zuerst auf die Prüfliste gehören
Nicht jede Nachhaltigkeitsaussage ist automatisch problematisch. Aber bestimmte Formulierungen sollten früh sichtbar werden, weil sie häufig pauschal, erklärungsbedürftig oder nachweispflichtig sind.
- absolute Aussagen wie „klimaneutral“, „CO₂-neutral“, „emissionsfrei“ oder „umweltneutral“
- breite Begriffe wie „nachhaltig“, „grün“, „umweltfreundlich“ oder „ökologisch“
- Produktversprechen wie „100 % recycelbar“, „ressourcenschonend“ oder „plastikfrei“
- Vergleichsaussagen wie „besser für die Umwelt“, „weniger CO₂“ oder „klimafreundlicher“
- Zukunftsversprechen wie „bis 2030 klimaneutral“ oder „auf dem Weg zu Zero Emissions“
Ein praktischer Ablauf für den EmpCo-Check
- Quellen sammeln: Website, wichtige Unterseiten, PDF-Downloads, Produktdatenblätter, Kampagnenordner und Social-Quellen identifizieren.
- Automatisiert scannen: Inhalte mit dem EmpCo Scanner auf potenzielle Umwelt- und Nachhaltigkeitsclaims prüfen.
- Fundstellen dokumentieren: Treffer mit Quelle, URL, Datei, Textauszug und Kontext erfassen.
- Risiken priorisieren: Auffällige, pauschale oder besonders sichtbare Aussagen zuerst bearbeiten.
- Zuständigkeiten klären: Marketing, Produktmanagement, Nachhaltigkeit, Vertrieb und Compliance einbinden.
- Juristische Prüfung gezielt vorbereiten: Externe Beratung nicht mit Sucharbeit belasten, sondern mit konkreten Fundstellen und Prioritäten arbeiten lassen.
Der EmpCo Scanner ersetzt keine Rechtsberatung. Er macht den Kommunikationsbestand aber schnell durchsuchbar und bearbeitbar: Website, PDFs, Bilder und weitere Inhalte werden zu einer Arbeitsliste mit Fundstellen und Risikohinweisen.
Vor September 2026 geht es nicht nur um bessere Formulierungen für morgen, sondern um Transparenz über das, was gestern veröffentlicht wurde und heute noch wirkt.
Fazit: erst finden, dann bewerten, dann sauber überarbeiten
EmpCo macht Umweltkommunikation nicht unmöglich. Die Anforderungen erhöhen aber den Druck, Aussagen nachvollziehbar, konkret und belegbar zu gestalten. Für den Mittelstand liegt der erste Schritt in einer sauberen Bestandsaufnahme statt in hektischer Einzelrecherche.
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